Willkommen auf unserer Spezial-Site zum Thema Gebärden!
Wie können Kinder Gebärden lernen?
Die Auswahl der ersten Gebärden richtet sich nach dem Lebensalltag und den Vorlieben und Abneigungen des Kindes.
Jedes Kind hat einen ganz individuellen Wortschatz und es erfordert viel Einfühlungsvermögen, den potentiellen Wortschatz eines Kindes, das selbst nicht sprechen kann, zu erahnen.
Je interessanter die Gebärden, umso schneller wird das Kind sie lernen:
Für ein Kind, das am liebsten seine Ruhe hat, kann die Gebärde „fertig“ die interessanteste sein, ein anderes fängt vielleicht mit „Eis“ an und das dritte mag am liebsten „Computer“.
„Die ersten Gebärden sollten sein:
sehr interessant
und einfach auszuführen!“
(A.Bober)
Je mehr Erfolgserlebnisse das Kind mit Gebärden hat, umso schneller wird es sie lernen:
Jedes Kind gebärdet nach seinen Möglichkeiten. Viele Kinder vereinfachen die Gebärden zunächst auf ihre Weise. Um Erfolgserlebnisse zu haben, sollten sie zunächst damit akzeptiert werden. Wichtig ist, dass die Erwachsenen diese Gebärden nicht übernehmen, so wie sie auch die Kleinkindsprache nicht übernehmen. Hat das Kind bereits genug Erfolgserlebnisse mit dem Gebärden erlebt, kann es vorsichtig korrigiert werden, z.B. indem ihm die Gebärde nochmals richtig vorgemacht wird.
Je häufiger die Bezugspersonen gebärden, umso schneller wird das Kind sie lernen:
Sprache wird über Nachahmung gelernt. Kinder sprechen immer die Sprache, die in ihrem Umfeld gesprochen wird. Genauso verhält es sich mit dem Lernen von Gebärden. Die Bezugspersonen müssen die Gebärden (spätestens mit den Kindern) lernen. Je häufiger die Bezugspersonen des Kindes ihre Lautsprache mit Gebärden unterstützen, umso schneller wird das Kind die Gebärden lernen.
Je mehr Bezugspersonen die Gebärden lernen, umso schneller wird das Kind sie lernen:
Die Kinder wollen nicht nur mit wenigen Personen kommunizieren, sondern möglichst immer und überall mit Erwachsenen und Kindern. Das heißt, dass es wichtig ist, die Gebärden möglichst vielen Personen zugänglich zu machen.
Dabei kann die Dokumentation des Gebärdenwortschatzes des Kindes in einem Ordner oder auf Plakaten eine große Hilfe sein.
In Einrichtungen können Gebärden der Woche oder des Monats einen einheitlichen Gebärdenwortschatz für alle Kolleginnen und Eltern einführen. Passend zur Jahreszeit oder zu besonderen Anlässen wird regelmäßig eine Gebärde ausgewählt, die an Pinwänden angebracht und mit Kopien verteilt wird.
Manchmal haben auch mehrere Personen eines Teams Lust, gemeinsam einen Gebärdenkurs zu besuchen, der Spaß macht und verbindet. In manchen Einrichtungen nimmt die gesamte Einrichtung eine Fortbildung in Sachen Gebärden wahr.
Der Gebärdensingkreis in dem gemeinsam gesungen und gebärdet wird, bringt die Gebärden nicht nur allen Erwachsenen sondern auch den Kindern nahe.
Das Kennzeichnen verschiedener Bereiche der Einrichtung, das Bekleben von Schubladen und Türen mit Foto oder grafischer Darstellung der entsprechenden Gebärde (evtl. kombiniert mit Bildsymbol) erinnert alle Personen an die Ausführung der Gebärde.
Je häufiger das Kind gebärdet, umso schneller wird es die Gebärden lernen:
Gebärden sollten so oft wie möglich, gerade auch in wiederkehrenden Alltagssituationen und Routinen ausgeführt werden. Besonders eignen sich Alltagsroutinen, die motivierend sind und häufig stattfinden. Manchmal bietet es sich an, zunächst mit einer einzigen Routine zu beginnen.
Je besser ein Kind die Gebärde „fühlt“, umso schneller wird es sie lernen:
Manchen Kindern hilft es, die Gebärde zunächst mit Handführung zu erlernen. Voraussetzung ist, das dass Kind sich anfassen lassen möchte. Dann kann dies Kindern mit Motorik-, Wahrnehmungs- und Sehproblemen helfen, die Bewegung leichter auszuführen und diesen Bewegungen einen Sinn zu entnehmen. Eine Hilfe bei der Einführung von gegenstandsbeschreibenden oder tätigkeitsnachahmenden Gebärden kann auch das Umfahren von Gegenstände oder von Schablonen der Gegenstände oder das Imitieren der Tätigkeit sein.
Je mehr Spaß das Kind beim Gebärden hat, umso schneller wird es sie lernen:
Gebärden können gut in für das Kind interessante Aktivitäten einbezogen werden.
- in Spielsituationen, wie Rollenspielen und Kreisspielen (z.B. „Mein rechter, rechter Platz ist leer...“)
- beim Ansehen von Bilderbüchern
- bei Fingerspielen
- beim Singen
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