Willkommen auf unserer Spezial-Site zum Thema Gebärden!
Wie können Kinder Gebärden lernen?
Die Auswahl der ersten Gebärden richtet sich nach dem Lebensalltag und den Vorlieben und Abneigungen des Kindes. [Mehr...]
Was sind Gebärden und Gebärdensprache und wie sind sie entstanden?
Jeder Mensch hat Erfahrungen mit Gebärden. [Mehr...]
Behindern Gebärden die Lautsprachentwicklung?
Der oralistische Ansatz geht davon aus, dass Kinder, die Gebärden lernen, es nicht "nötig" haben zu sprechen [Mehr...]
Für wen ist das Lernen von Gebärden sinnvoll?
In der Unterstützten Kommunikation wird versucht, für jeden Menschen, der sich nicht ausreichend über die Lautsprache verständigen kann, eine optimale individuelle Lösung zur Verbesserung der Kommunikation zu finden. [Mehr...]
Lieder mit Gebärden begleiten
Das Singen mit Gebärden kann allen großen und kleinen Bezugspersonen viel Spaß machen und unbemerkt einen großen Gebärdenwortschatz vermitteln. [Mehr...]
Deutsche Gebärdensprache (DGS) oder - vereinfachte - Gebärden?
Werden Gebärden in der Unterstützten Kommunikation eingesetzt, ist es möglich, diese aus der Sammlung der Gebärdenlexika oder aus speziell für die Arbeit mit behinderten Menschen zusammengestellten Gebärdensammlungen auszuwählen. [Mehr...]
Gebärden in der Unterstützten Kommunikation
Es gibt viele Menschen mit Behinderung, die zwar hören, aber trotzdem große Probleme haben. [Mehr...]
Kleiner geschichtlicher Abriss
Gebärden gab es schon immer und überall da, wo mehrere Gehörlose zusammenkamen.
Leider werden die Vorteile der Gebärdensprache immer noch nicht überall gesehen. Dies liegt in unserer Geschichte begründet.
Früher wurden Gehörlose oft für „bildungsunfähig“ gehalten. Schon im 18. Jahrhundert wurden Gehörlose in Deutschland, wenn überhaupt, dann ausschließlich mit Lautsprache unterrichtet. Sogenannte Oralisten, selber alles Hörende, bekämpften die Gebärdensprache, die sie als menschenunwürdige „Affensprache“ bezeichneten. Das heißt, Gehörlose mussten den Unterrichtsstoff den Lehrern von den Lippen ablesen und sich durch Sprechen äußern. Ohne akustische Rückmeldung durch das Hören war und ist dies mit sehr großen Anstrengungen und vielen Missverständnissen verbunden.
1880 beschlossen auf dem Mailänder Kongress (ausschließlich hörende) Gehörlosenlehrer offiziell die orale Unterrichtsform für die Gehörlosenschulen in Europa. Im Anschluss an diesen Kongress wurde die Gebärdensprache in vielen europäischen Ländern verboten. Dies führte auch zu indirekten Berufsverboten und Bücherverbrennungen.
Mehr als 100 Jahre lang wurden die Gehörlosen in Deutschland gezwungen, sich den hörenden Menschen anzupassen. Das heißt sie mussten unter sehr schlechten Bedingungen kommunizieren, lernen und arbeiten. Die Gebärdensprache konnte sich meist nur heimlich weiterentwickeln und es gab keine allgemeine Form, die sich in Nachschlagewerken wiederfinden ließ.
1987 wurde das Zentrum für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität in Hamburg gegründet. Gebärden aus ganz Deutschland wurden in den Gebärden-Lexika von Maisch und Wisch, den sogenannten „blauen Büchern“ dokumentiert. Seit dem werden Gebärden immer gesellschaftsfähiger. Inzwischen gibt es Nachrichtensendungen mit Gebärdensprache im Fernsehen, Schulversuche, in denen gehörlose Kinder mit Gebärden unterrichtet werden und immer mehr hörende Menschen lernen in Volkshochschulkursen die Gebärdensprache.
Doch es wird noch lange dauern, bis die Gebärdensprache wieder die gleiche Akzeptanz erreicht, die sie vor dem Mailänder Kongress hatte und bis sie als Pflichtfach für alle Studierenden der Gehörlosenpädagogik eingeführt werden kann. Immer noch finden sich viele Oralisten als Dozenten in Gehörlosenpädagogik, Logopädie und anderen Fachrichtungen, die sich mit gehörlosen Menschen beschäftigen.
















